Die Orestie – von Simon Stone
Regie: Thomas Koppelt
mit Raphaela Baumgartner, Andreas Beer, Hanna Erz, Emilia giesler, Eva Giesler, Eva-Maria Gruber, Sascha Lachmann, Christoph leibold, Lotta Leibold, Finn Pulfer, Lena Sammüller, Trudel Meier-Staude, Matthias Weber
Premiere 04.07.2026 — Weitere Termine: Do 09.07., Fr 10.07., Sa 18.07., Mo 20.07., Do 23.07., Fr 24.07. und Sa 25.07. – Beginn der Vorstellung jeweils um 20 Uhr
Aufführungsort: Neue Bühne Bruck, Veranstaltungsforum Fürstenfeld, 82256 Fürstenfeldbruck
Vorverkauf ab 08.06.2026 — Kartenservice Fürstenfeld, vorverkauf@fuerstenfeld.de, Telefon: 08141 / 6665-444
Eintritt: 15,- € / Schüler und Studierende 8,- €
Abendkasse ab eine Stunde vor Vorstellungsbeginn — telefon: 08141 / 18589
„nichts neues gibt es unterm himmel. was an schrecklichem vorstellbar ist, jede art von leid, alles was einem götter nur auferlegen, all das musste ein mensch irgendwann bereits auf sich nehmen. werft nur mal einen blick auf diese familie!“
Über das Stück
Ein Vater, der für den Erfolg seine Tochter opfert.
Eine Frau, die mit ihrem Liebhaber den Gatten meuchelt.
Ein Sohn, der blutige Rache an der eigenen Mutter nimmt.
Willkommen in der kaputtesten Familie der Theatergeschichte!
„es ist, als ob ein fluch auf uns läge. als ob jemand voodoo-puppen von uns gemacht hätte und die letzten fünfzehn jahre nadeln in uns hineinsteckt.“
2500 Jahre vor „Succession“ erfand der griechische Dichter Aischylos das Serienformat: In drei Teilen erzählte er von einem dysfunktionalen Herrscherhaus, dessen Angehörige zu Spielbällen der Götter werden und sich in einem Kreislauf aus Schuld und Rache selbst zerfleischen.
„an dem tag haben wir alle noch zusammen abend gegessen. meine eltern, papas exfreundin und der liebhaber meiner mutter, mit dem sie jetzt verheiratet ist. komisches konzept für 'ne dinnerparty. war mamas idee.“
„ich weiß nicht, warum ich nicht dahintergekommen bin. ich hab's gesehen. diese lichter von der autobahn. dieser imbisswagen, an dem wir gerade vorbeigegangen sind. die fabrik in der entfernung. und dann diese weißglut in meiner brust, die kälte des bodens, die pfütze, in die ich starre. ich hätte dahinterkommen müssen.“
Der australisch-schweizerische Theatermacher Simon Stone, bekannt für radikale Neuinterpretationen klassischer Stoffe, hat dem Mythos die Patina abgeschält und die alte Geschichte um Agamemnon, Klytämnestra, Orest, Iphigenie und Elektra ins Heute geholt. Er zeigt uns eine von Verlusten zerrissene Familie, die verzweifelt versucht, der eigenen Geschichte zu entkommen. Und er stellt Fragen, die uns alle angehen: Warum vererben sich Traumata über Generationen hinweg? Können wir der scheinbar unaufhaltsamen Spirale aus Gewalt und Gegengewalt entkommen? Wo endet Gerechtigkeit und wo beginnt Selbstjustiz?
„so war das nicht geplant. ich wollte gerechtigkeit, nicht rache. und ein ende dieser verfickten geschichte.“
Stones „Orestie“ ist erfrischend modern, erschütternd menschlich und – das ist vielleicht Stones größte Leistung – überraschend komisch.
„ich bin ja eigentlich veganer, aber für crème brûlée mach ich eine ausnahme. obwohl man in diesem land selten eine gute crème brûlée findet. oft ist die schicht obendrauf nicht verbrannt genug, weil sie nicht genug zucker benutzt haben oder keinen flambierbrenner. man sollte immer einen flambierbrenner benutzen, wenn man crème brûlée macht.“
„seht ihr? es gibt die erlösung doch.“
galerie
Über das Theater5
Das Theater 5 wurde 1981 in Fürstenfeldbruck gegründet. Etwa 100 Mitwirkende im Alter von 11 bis 85 Jahren waren an den bisher 47 Produktionen beteiligt. Für ihre künstlerische Arbeit, die sich sowohl dem zeitgenössischen Theater als auch der modernen Adaptation von Klassikern widmet, wurde die Gruppe mehrfach ausgezeichnet.
Chronik
| 1982 |
Das Mißverständnis von Albert Camus Romulus der Große von Friedrich Dürrenmatt |
| 1983 |
Momo eine Inszenierung des Theater 5 nach Michael Ende Biedermann und die Brandstifter von Max Frisch |
| 1984 | Momo II, Überarbeitung mit neuer Musik |
| 1985 |
Schule mit Clowns von Friedrich Karl Waechter Endstation Sehnsucht von Tennesee Williams |
| 1986 | Die Panne von Friedrich Dürrenmatt |
| 1987 | Leonce und Lena von Georg Büchner |
| 1988 | Krabat eine Inszenierung des Theater 5 nach dem Roman von Ottfried Preußler |
| 1989 | Topaze von Marcel Pagnol |
| 1990 |
Kiebich und Dutz von Friedrich Karl Waechter Wer hat Angst vor Virginia Woolf von Edward Albee |
| 1991 | Tartuffe von Molière |
| 1992 | Brand im Souterrain von Pavel Kohout |
| 1993 | Mamapapa von Manuel Schöbel |
| 1994 | Die Goldbergvariationen von Georg Tabori |
| 1995 | Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth |
| 1996 | Krieg im dritten Stock von Pavel Kohout |
| 1997 | Wer einen Fuß stiehlt, hat Glück in der Liebe von Dario Fo |
| 1998 | Fernando Krapp hat mir diesen Brief geschrieben von Tankred Dorst |
| 1999 | Bunbury von Oscar Wilde |
| 2000 | Feuergesicht von Marius von Mayenburg |
| 2002 | König Ubu von Alfred Jarry |
| 2003 | Woyzeck von Georg Büchner |
| 2004 | Freischütz eine Bearbeitung nach der Volkssage und der Oper von C. M. von Weber |
| 2005 | Hedda Gabler von Henrik Ibsen |
| 2006 | Wir im Finale von Marc Becker |
| 2007 | I hired a contract killer Inszenierung des Theater 5 nach dem Drehbuch von Aki Kaurismäki |
| 2008 | Der Räuber Hotzenplotz Inszenierung des Theater 5 nach dem Buch von Ottfried Preußler |
| 2009 | Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth |
| 2010 | Eine heikle Sache, die Seele von Dimtré Dinev, eine Produktion von Hinz und Kunzt |
| 2011 | Der goldene Drache von Roland Schimmelpfennig |
| 2012 | Drei Schwestern von Anton Tschechow |
| 2013 | Frau Müller muss weg von Lutz Hübner |
| 2014 | Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare |
| 2015 | Diebe von Dea Loher |
| 2016 | Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer |
| 2017 | Wassa Schelesnowa von Maxim Gorki |
| 2018 | Das Ding von Philipp Löhle |
| 2019 |
Kokon von Katharina Holzhey, eine Produktion des Theater 4 Die Möglichkeit eines Meeres von Jakob Roth, nach Motiven von Henrik Ibsen |
| 2020 | Sagen wir jetzt nichts eine Produktion des Theater 4 |
| 2021 | CEMENT OF THE UNIVERSE Kinofilm des Theater 4 |
| 2022 | Peer Gynt von Henrik Ibsen |
| 2023 |
Die Nibelungen reloaded, nach Friedrich Hebbel Fachbereich 0 ein Film von Katharina Holzhey |
| 2024 | und alle tiere rufen … von Thomas Köck |
| 2025 | Düval und Charmille von Christiane Karoline Schlegel |
| 2026 | Die Orestie von Simon Stone |